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Daan van Neerven

Daan van Neerven

 

Zahntechniker, Baukonstrukteur, 15 Jahre Leitung des Künstlerzentrums „der Olifant“ in Nijmegen. Seit 2012 selbstständig mit einer Werkstatt in Nijmegen (NL).

4 Fragen an Daan van Neerven

Was bewegt Dich in Bezug auf Deine eigene künstlerische Arbeit?

Die Reflexion über mein eigenes Unvermögen:
Wie ich dem begegne, wie ich reagiere, wie ich es anders betrachten kann. Das finde ich spannend.

Was möchtest Du – in Bezug auf die künstlerische Vermittlung – bewegen?

„Es geht nicht“ gibt es nicht.
Wenn ich einen Kurs leite, möchte ich, dass es allen gut geht.

Es ist nicht einfach die gleiche Sprache zu sprechen. Es ist klug, bei sich selbst zu schauen, wenn etwas nicht gelingt, das macht die Lösung einfacher. Es ist leicht zu sagen, die anderen verstehen mich nicht.

Wenn man etwas nicht schafft, woran liegt es?
Wenn jemand meine Erklärung nicht versteht, heißt das: Ich kann es nicht erklären.
Man muss einander verstehen können. Manchmal ist es schwierig, dann habe ich die Frage, woran liegt es.
Ich bin Handwerker.
Ich unterstützte die Künstler in ihrer eigenen Bildsprache, in der Technik. Ich möchte keinen Einfluss nehmen auf das Werk. Ich stelle meine ganze Kenntnis und Erfahrung für die technische Realisierung zur Verfügung und freue mich über neue Herausforderungen.

Wie bist Du "in der Welt" zuhause?

Da bin ich auch ein Teilnehmer.
Dann dürfen andere für mich sorgen.
Ich stehe auf und gehe an die Arbeit, meist in den Niederlanden, manchmal auch in Alfter – das ist dann mein Urlaub. Ich liebe, was ich tue.
Das ist sehr vielfältig: Gussaufträge von klein bis groß, Regionales Institut für begleitetes Wohnen (Menschen mit psychischen Problemen, Drogen, Strafvollzug), dort bin ich eigentlich Hausmeister
Meine Vorstandsarbeit für eine Non-Profit-Stiftung, die sich um Atelierplätze für Künstler:innen kümmert, tue ich sehr gerne. Ich übernehme gern Verantwortung für das Leben, ich arbeite gerne mit ehrenamtlichen Kolleg:innen, Alle machen dort Dinge die sie als wichtig empfinden. Meist sind die Sachen, die für die Seele gut sind, nicht so ökonomisch. Wir haben dort den gleichen moralischen Kompass, das gefällt mir.
Als Mensch sind wir alle gleich, jeder soll einen Platz haben. Ich finde es schrecklich, wenn Leute nicht „mitmachen“ dürfen.

Wie begegnest Du Deinen Teilnehmenden? Wie "unterrichtest" Du?

Ich unterstütze. Ich stelle all meine Erfahrung, Begeisterung und meine mobile Werkstatt zur Verfügung. Nehmt, was Ihr braucht.
Ich möchte nicht in die Persönlichkeit des Andren eingreifen.
Deswegen mag ich das Handwerk: Ich kann alles an der Arbeit erklären und muss nicht über die Persönlichkeit des Gegenübers sprechen.
Es dauert lange, bis man das unter Kontrolle hat. Ich hab einen schnellen Mund, und es ist schön älter zu werden.