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Petra Rosenkranz

Petra Rosenkranz

 

Malerei- und Kulturpädagogikstudium an der Alanus Hochschule, davor Heilpädagogik in Südafrika, jetzt in Nordafrika Kunst unterrichtend. Dazwischen viel gefärbt, neben Papieren vor allem Wände und Möbel.

4 Fragen an Petra Rosenkranz

Was bewegt Dich in Bezug auf Deine eigene künstlerische Arbeit?

Mich bewegt vor allem der künstlerische Prozess als solcher, die Verwandlung von Materie. Ich beginne eine malerische Arbeit und vertiefe mich in ein Spiel von Farbe und Form. Suchend, ständig wahrnehmend ergeben sich Situationen im Bild, die ich nicht voraussehen kann, die ich mir nicht ausdenken kann, die ich nur durch Treue im Arbeitsprozess einladen, aufnehmen und transformieren kann.

Was möchtest Du – in Bezug auf die künstlerische Vermittlung – bewegen?

Ich sehe das eigentliche Atelier vor allem in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen, dort wo soziale Situationen Lösungen verlangen, dort wo der Kopf nicht mehr weiterweiß, dort ist das Initiieren von künstlerischen Herangehensweisen mein Impuls. Das Begleiten von Menschen in Veränderungsprozessen; Wachsen und ein Stück mehr Mensch werden beginnt mit dem Wecken und Weiten der Sinne und der Wahrnehmung – hier habe ich mit der Kunst eine große Kraft- und Ideenquelle.

Wie bist Du "in der Welt" zuhause?

Seit sechs Jahren arbeite ich in Ägypten. Hier habe ich eine Weiterbildung für Frauen „Art in Social and Therapeutic Context“ aufgebaut. 42 Ägypterinnen nehmen daran teil. Die gegenseitige Bereicherung dieser unterschiedlichen Kulturen ist mir ein Anliegen. Gleichzeitig erfordert das Unterrichten, die eigenen künstlerischen Ideen auf die Erde zu bringen.
Seit Sommer 2019 kommt nun meine künstlerische Mitarbeit innerhalb der SEKEM Initiative in der Nähe von Kairo hinzu.

Wie begegnest Du Deinen Teilnehmenden? Wie "unterrichtest" Du?

Für mich ist jeder Kurs eine Lerngemeinschaft, in der jeder sich mit seiner Geschichte wiederfinden können muss. Das Thema der Wahrnehmung und somit der Sinnesschulung steht im Vordergrund. Es geht um das Finden des Ureigenen in der künstlerischen Suche … wie auch das Sich-finden in der Welt. Wer bin ich? In der Begegnung mit den Farben … mit dem selbst geschaffenen Bild findet eine sehr persönliche Begegnung mit mir selbst statt. Darf ich das dann in einer Gruppe erfahren und mich austauschen, so finde ich Zugehörigkeit zum Anderen, zur Welt und zu mir. Dieses Lernmoment versuche ich achtsam vorzubereiten und zu balancieren.